Meine Auszeit im Schweige-Meditationskloster

Letztes Wochenende war ich drei Tage in einem Zen-Kloster, um eine kurze Auszeit vom hektischen Alltag zu nehmen und zur Ruhe zu kommen. Wie diese Zeit war, was ich dabei erkannt habe und was ich dir mitgeben möchte, erfährst du im heutigen Blogbeitrag.

Ich bin ein sehr kreativer Mensch, viel unterwegs und in meinem Kopf arbeitet es nahezu 24 Stunden am Tag. Momentan schreibe ich an meiner Bachelorarbeit, betreue als Beraterin eine Café-Eröffnung und setze mich mit allem auseinander, was im Café Lotti so ansteht. Ich arbeite zwar nicht immer selbst im Café, aber kümmere mich im Hintergrund um viele Bereiche der Unternehmensführung. Deshalb wurde es für mich mal wieder höchste Zeit, mir selbst eine Auszeit zu nehmen und mich von den vielen Reizen, die den ganzen Tag auf mich einwirken, zurückzuziehen. Normalerweise fahre ich dann für ein paar Tage alleine ans Meer, doch dieses Mal hat mich ein Freund auf die Idee gebracht, ein Zen-Kloster in Niederbayern auszuprobieren.

Die Ankunft im Schweigekloster

Als ich am Donnerstag ankam, wurden wir mit einem Abendessen empfangen und dann gleich in die wichtigste Regel eingewiesen: von Donnerstag bis Sonntag durfte nicht gesprochen werden. Der Tagesablauf war sehr genau geplant:

Um 5 Uhr aufstehen, 1,25 Stunden Meditation/Gehmeditation und dann Frühstückszeremonie.

Dann wurde „achtsam 1 Stunde gearbeitet“ – ich habe in der Küche bei der Vorbereitung des Mittag- und Abendessens geholfen – und danach wieder 1,25 Stunden meditiert. Nach dem Mittagessen fand draußen im Garten eine Gehmeditation statt, gefolgt von einer weiteren Meditation vor und nach dem Abendessen.

Das Seminarhaus ist umgeben von Zen-Gärten und eingebettet in die sanfte bayerische Hügellandschaft. Im Haus selbst gab es viele Gästezimmer, einen Speise- und Aufenthaltsraum und das Zendo, also unseren Meditationsraum.  Diesmal waren dort ca. 30 Gäste. Die Küche war rein biologisch und regional, die Leitung war sehr bemüht, dass es uns allen gut geht und das Zen-Kloster für alle eine spirituelle Quelle ist und jeder das bekommt, was er „sucht“.

Meine Erkenntnisse

Die Zeit war eine tolle Erfahrung, aber ich habe für mich erkannt, dass das nicht meine Art ist, um runterzukommen. Dafür war der Tagesablauf für mich zu starr und da ich ein totaler Freigeist bin, war es für mich schwer, sich in diese festen Strukturen einzugliedern.
Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich mich in so jungen Jahren schon für meine Selbstständigkeit entschieden habe?

Das Schweigen, welches ich auch „praktiziere“, wenn ich alleine in den Urlaub fahre,  hat mir aber wieder sehr gut getan und ich hatte auch nach dem Ende des Schweigens nicht das Bedürfnis, gleich wieder mit dem Reden anzufangen.

Warum Auszeiten so wichtig sind

Wir alle sollten uns öfter eine wirkliche Auszeit gönnen und uns bewusst aus dem Alltagsstress zurückziehen. Ich kann dir nur ans Herz legen, dich hin und wieder, ob es mal ein Tag ist oder eine Woche, gezielt zurückzuziehen, alleine irgendwo hinzufahren, ohne Musik, ohne ein Buch und ohne jemanden, mit dem man reden „muss“.

Man setzt sich in diesen Momenten gezielt mit sich selbst auseinander, schaut sich sein Leben an, lässt Gedanken kommen, kann sich überlegen wie die nächsten Wochen und Monate aussehen sollen, was wichtig ist, was man möchte, welche Menschen einen gerade umgeben und ob sie einem guttun oder vielleicht Energie kosten, ob man im richtigen Job ist und auch, ob man mit sich selbst im Reinen und zufrieden ist. Denn der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du. Frage auch dich, ob du dich liebst, ob du deinen Körper magst, ob du oft Grund zur Freude und zum Lachen hast und wenn du morgens aufwachst, froh bist, dass es dich gibt.

Die richtige Auszeit

Wo und wie man seine ideale Auszeit gestaltet, muss jeder dabei für sich selbst entscheiden und dabei seinen eigenen Ruheort finden: für manche ist das in der freien Natur, für manche ist es ein geführter Rückzugsort wie das Zen-Kloster und für mich wird es weiterhin ein ruhiger Platz am Meer sein oder auch mal ein ganzer Tag im Bett mit „Nichtstun“ sein.

Wenn du dir schwer tust, deine Gedanken einfach ziehen zu lassen und mit dir alleine zu sein, kannst du auch erstmal beginnen, eine angeleitete Meditation auszuprobieren, zum Beispiel von „Coachin“ Laura Malina Seiler, die ich auch persönliche kenne und für ihre Arbeit sehr schätze.

Die Auszeit hat mir auf jeden Fall sehr gut getan, auch wenn es dieses Mal nicht zu 100% das Richtige für mich war. Aber ich bin durch das alleine und still sein auf neue Gedanken gekommen und wurde an Persönlichkeitsmerkmale von mir erinnert, die ich schon fast vergessen hatte und die ich aber sehr an mir mag und nun wieder schätze.

Wenn du Fragen hast oder mir von deiner Auszeit erzählen möchtest, schreib mir gerne eine Email an info@sabrina-lorenz.de!
Ansonsten wünsche ich dir nun ein schönes Wochenende und hoffe, dass du dir vielleicht ein paar Minuten Auszeit für dich nimmst!

Deine Sabrina