Cafe Lotti Presse

Freiheit ist für mich, mein eigener Chef zu sein

Sabrina Lorenz, 25, hat vor vier Jahren, das „Café Lotti“ in München eröffnet, um selbstständig zu arbeiten und damit finaziell unabhängig zu sein.

Heute habe ich die Freiheit zu sagen: „Leute, ich bin gleich mal weg“, wenn ich zum Essen verabredet bin oder spontan wegfahren möchte. Für das Privileg, auf eigenen Beinen zu stehen, mein eigener Chef zu sein, habe ich sehr hart gearbeitet. Und es hat sich gelohnt. Denn es ist genau das, was ich immer wollte. Direkt nach dem Abi habe ich mich genau darüber informiert, was man zur Gründung eines Cafés wissen muss. Das Lehramtsstudium, das meine Eltern lieber gesehen hätten, trat ich nie an. Zum Glück, denn ich brauche die Selbstbestimmung und kann mit viel Reglementierung nichts anfangen. Mit 21 Jahren habe ich das Café aufgemacht. Von meinen Eltern habe ich nie Geld geliehen oder angenommen, das passt nicht zu meiner Vorstellung von Unabhängigkeit, die ich so schätze.
Ihren moralischen Beistand konnte ich anfangs allerdings trotzdem sehr gut gebrauchen: ein Bankkredit, Arbeiten bis zur Erschöpfung. Nach einem Jahr konnte ich mir dann mein Traumauto leisten: einen Fiat 500. Ein Café zu besitzen macht natürlich auch abhängig. Aber ich habe heute ein Team, auf das ich mich blind verlassen kann.

freundin, 02.07.2014