Gibt es eigentlich Konkurrenz zwischen Münchner Cafébesitzern?

Am Sonntag, 01.10., war ich beim Volk Verlag zur Buchpräsentation von „Zuhause im Café“ von Diana Hillebrand eingeladen. Diana ist Autorin und schreibt ihre Bücher liebend gerne in Cafés. Dabei entwickelte sie mit der Zeit ein Interesse für die Geschichte der Caféeigentümer und die Geschichte, die hinter jedem Café steckt. Das hat sie dazu veranlasst, 32 Café-Gründer zu interviewen und ein Buch daraus zu erstellen. Auch wir sind darin vertreten. Vielen Dank dafür!

Die weiteren Cafés sind unter anderem: White Rabbit´s Room, Café Erika, Café Fräulein, Café Marita, Stereo Café, der Gartensalon, die Aroma Café Bar und viele mehr.

Die Buchpremiere am Sonntag war eine tolle Gelegenheit viele andere Münchner Gastronomen wiederzusehen und neu kennenzulernen. Das hat mich dazu veranlasst, mich intensiv mit dem Thema „Konkurrenzdruck in der Gastronomie“ auseinanderzusetzen und meine Gedanken dazu mit euch zu teilen.

Ich persönlich sehe in anderen Cafés in München keine Konkurrenz und auch andere Gastronomen geben mir nicht das Gefühl, in mir einen Konkurrenten zu sehen. Stattdessen freuen wir uns gegenseitig über unsere Erfolge, verfolgen die Entwicklung des anderen und helfen uns gegenseitig bei Schwierigkeiten. Mit Amin vom Shandiz pflege ich  eine Freundschaft, die solange geht, wie ich das Lotti habe – er war mit seiner Familie einer unserer ersten Gäste.

Jeder von uns hat sein eigenes Konzept und unterscheidet sich auf eine bestimmte Art vom anderen. Ich bin davon überzeugt, dass für jeden von uns Gastronomen in einer großen Stadt wie München genug Gäste da, jeder von uns zieht auch ein anderes Klientel an und noch dazu kann jeder Besucher aus einem breiten Spektrum selbst wählen kann, auf was er gerade Lust hat. Das eine Mal kommt er zum Zimtschnecken essen ins Café Fräulein, ein anderes Mal zum deftigen Frühstück ins Café Lotti und wieder ein anderes Mal holt er sich eine gesunde Bowl aus dem Daddy Longlegs. Dieses bunte Angebot an verschiedenen Konzepten und neuen Ideen macht eine Großstadt auch aus und es ist schön, ein Teil davon zu sein. In München gibt es mittlerweile eine Vielzahl an großartigen Café-Konzepten, weshalb es wichtig ist, sich selbst bewusst zu werden, wer man ist, was man dem Gast bieten möchte und worin man sich von anderen unterscheidet. Es geht dabei nicht darum, jedem neuen Trend hinterherzujagen und andere zu kopieren, sondern seine eigene Identität und sein Alleinstellungsmerkmal, so wie die richtigen Produkte zu finden und das alles immer weiter zu verbessern. Nur so kann man mit dem enormen Wettbewerbsdruck in einer Stadt wie München entspannt umgehen. Denn man weiß ja genau, was einen ausmacht und wofür man steht.

Der Kontakt mit anderen Unternehmern der eigenen Branche ist sehr wichtig für mich. Man kann Erfahrungen teilen, Fragen stellen und sich so gegenseitig weiterbringen. Es tut gut, sich mit „Gleichgesinnten“ auszutauschen und zu sehen, dass man oft dieselben Sorgen oder Erfahrungen teilt. Denn ein eigenes Café zu führen ist keine leichte Aufgabe und viele Gastronomen, mit denen ich gesprochen habe, mussten das auch selbst schon erkennen und dieselben Hürden überwinden wie ich. Deshalb tut es besonders gut, sich gegenseitig Mut zuzusprechen und Tipps auszutauschen.

Die Buchpremiere am Sonntag war wieder eine tolle Gelegenheit dafür und ich bedanke mich bei Diana und dem Volk Verlag für die schöne Veranstaltung und bei allen anderen Cafébesitzern, mit denen ich so tolle Gespräche führen konnte.

Wer gerne mehr über die Cafés und den Persönlichkeiten, die dahinter stecken, lesen möchte, kann das Buch „Zuhause im Café“ hier bestellen.