Sabrina Lorenz München

Macht gute Führung eine Marke? Im Interview Sabrina Lorenz (Café Lotti)

Witzig ist das schon… nach dem Interview habe ich den Eindruck, dass Sabrina ohne je an einem Führungskräfte-Training teilgenommen zu haben, doch alles richtig macht. Es scheint zumindest so, denn viele ihrer Mitarbeiter (meist Studenten, aber auch feste Kräfte) sind seit der Lotti-Gründung vor 6 Jahren im Team. Natürlich hat auch Sabrina Unterstützung; in ihrem Fall einen Mentor, der ihr seit 2012 als ehemaliger Vorstand einer Oberpfälzer Firma in Sachen Führung mit Rat und Tat zur Seite steht.

Macht ja aber auch nichts… Sabrina hat mit dem Café Lotti in der Münchner Maxvorstadt eine Marke geschaffen, nicht nur ein Café. Sie ist mittlerweile “Stammgast” in der Besten-Liste der Frühstücks-Rubrik im “München-geht-aus”- Magazin und ihr Café ist stets rappelvoll.

Eine Marke schaffen, Werte leben und transportieren, für etwas brennen, das geht nicht allein und Cafés gibt es in München wirklich wie Sand am Meer. Sie hat scheinbar also etwas richtig gemacht, auch in der Teamführung.

Ich bin gespannt, was es ist und aus einem Brainstorming-Frühstück zu vielen anderen, neuen Ideen (dieses Mal nicht im Lotti, wir wollten mal “offsite” arbeiten) wird zunächst ganz zufällig auch ein Gespräch über Mitarbeiterführung und wie diese (bei Sabrina Lorenz) geht.

Also Sabrina, mal ganz platt gefragt…: “Was heißt für dich Führung?” Und dann sprudelt sie los und ich checke in Gedanken alle Punkte, die ich sonst in meinen Trainings zum Thema Führung vermittle -check-check-check… so geht es weiter.

Die erste Antwort, die Sabrina gibt lautet “Führung, das ist das Interesse am Menschen, man muss Menschen mögen und ein Interesse haben für ihre Bedürfnisse”. Sie erzählt weiter “…passen deine Mitarbeiter zu dir? Das weißt du erst, wenn du dir bewusst bist, wer du selbst bist. Wenn ich das weiß, weiß ich auch ganz genau, wie mein Team aussehen muss.”

“Ich möchte herausfinden, wer der Mensch ist, der mir da gegenübersitzt.” Sie bringt ihren Mitarbeitern viel Freiraum und Akzeptanz entgegen und bevorzugt selbst einen Führungsstil, der den Mitarbeitern sehr viel Handlungsspielraum bietet. Sie baut auf die Selbstständigkeit ihrer Mitarbeiter, sicher ein Gesichtspunkt, der nicht verkehrt ist, wenn man ins Team des Café Lotti kommen möchte.

Dabei bewegen sich die Mitarbeiter in einem definierten System, welches Sabrina Lorenz vorgegeben hat. Sie hat für sich ein paar grundlegende Standards festgelegt (wie z.B. der Kaffee gemacht wird und aussehen soll), welche sie den Mitarbeitern an die Hand gibt, dabei bleibt sie aber offen für Veränderungen und neue Ideen.

In diesem Rahmen können sich ihre Mitarbeiter dann ausprobieren und frei bewegen, so Sabrina Lorenz.

Weiß ein Mitarbeiter nicht weiter, so versucht sie es mit Fragen – sie nennt es entwickelnde Fragen mit Lerneffekt. Wir nennen es… “Coaching”.

Sabrina hat ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu ihren Mitarbeitern, das passt auch zum Kontext Café und dazu passt auch eine “Duz-Kultur”, welche sie ebenfalls mit ihren Mitarbeitern pflegt. So kann sie authentisch sein, so kann sie ihre Marke Café Lotti aufbauen. Mittlerweile gibt es im Lotti auch viel mehr als Kaffee… Sabrina veranstaltet unter dem Motto “Lotti lädt ein” verschiedene Veranstaltungen, sie entwickelt gerade auch weitere Marken und noch mal, das alles geht nur mit einem guten Team.

Natürlich ist das ein gutes Beispiel unter vielen eher nicht so prickelnden und klar sieht es in Konzernen mit festgelegten Strukturen und Rahmenbedingungen schon noch einmal anders aus, aber es ist doch schön, gute Führung mal dort zu erleben, wo sie sich entfalten kann, wenn man so will in den eigenen vier Wänden, wenn sonst niemand dazwischen funkt und toll was daraus werden kann, nämlich ein Erfolgsrezept

Für jetzt und hier halte ich noch einmal Sabrina’s erste, ganz spontane Antwort fest: “Mitarbeiter-Führung, das ist das Interesse am Menschen”…

Vielen Dank an Sabrina und die erhellenden Einblicke in deine Arbeit!

http://www.abitofcolor.de/macht-gute-fuehrung-eine-marke-im-interview-sabrina-lorenz-cafe-lotti/